Erika Post wird 1959 in Opladen geboren. Ihre Schulausbildung beendet sie 1978 mit dem Abitur. Aus dem dann gelegten kaufmännischen Berufsschwerpunkt (Bankausbildung, Anlagenberaterin, Gründung eines Fachgeschäftes für Töpfereibedarf) kristallisiert sich mit der Erweiterung ihres Geschäftes zur Kreativschule (Malerei/Bildhauerei), ihrer Beschäftigung mit Design von (keramischen) Formen (Auftragsarbeiten) sowie ihrer Auseinandersetzung mit Sprache (Fernstudium Belletristik, Literaturförderpreis, Schriftstellerin) immer mehr der Wunsch zur freien bildhauerischen Arbeit. Die akademische Grundlage dazu legt sie 2000 mit dem Kunststudium an der ibkk in Bochum. Dort erwirbt sie 2003 ihr Diplom bei Professor Konrad und Professor Dr. Qui Yang. In dessen Meisterklasse beendet sie ihr Studium und arbeitet fortan als freischaffende Künstlerin in ihrem Atelier in Leverkusen, schon bald kommt eine Werkstatt in Coesfeld hinzu.
Die Kunstwerke von Erika Post erwachsen aus den Spannungen, die Gegensätzen immanent sind.
Ihre Skulpturen und Plastiken baut sie zumeist aus einfachen geometrischen Grundformen (Würfel, Quader, Zylinder, Kugel) auf. Dabei verändert sie ihr Ausgangsmaterial, Ton, derart, dass es eher wie Eisen, das von Rost überzogen ist, wirkt.
Mit diesen monochromen Formen versucht sie, sich scheinbar Ausschließendes einer neuen Einheit zuzuführen: Die perfekt geglättete Oberfläche erodiert, wird aufgebrochen und offenbart ihr Inneres als abgründiges Dunkel („Ursprung"). Präzise gestaltete Würfel werden deformiert und, gestützt auf ihren jeweiligen Mangel, hoch aufgetürmt („Die Würfel sind gefallen"). Und auch das Getrennte erweist sich erst in der Auseinandersetzung als zusammengehörig („Dialog").
Die Skulpturen und Plastiken von Erika Post können als Werke gesehen werden, die jeweils einen Veränderungsprozess symbolisieren. Sie erreicht dies, indem sie Form und deren Auflösung so balanciert, dass Fixiertes bewegt wirkt, seine Erdenschwere verliert und Leichtigkeit gewinnt.
Auch der sprachsensibel gewählte Titel des Werkes kann als ein weiterer Gegenpol zum Objekt betrachtet werden. Wenngleich z. B. das Idiom „Die Würfel sind gefallen" etwas Entschiedenes ausdrückt, so zeigt ihre Skulptur jedoch die Würfel im Fallen, im Prozess der Entscheidung befindlich. Und deren eingedrückte Ecken könnten dann andeuten, dass die Klarheit des Endgültigen etwas Destruktives, nämlich den Ausschluss der Wahl bedingt.
Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, Arbeiten in Skulpturenparks (2010 im Landschaftspark Duisburg-Nord und Parkraum Düren)
Quelle: Erika Post, Erika Post (Hrsg.): Aufbrüche, Bönen 2010